„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“
„Die Würde aller Lebewesen dieser Erde ist unantastbar!“
Herzlich Willkommen! Schön, dass Du da bist!
Mein Name ist Heike Daun. Ich bin Gründerin und Geschäftsführerin von „Living Nature“.
Wenn Du mehr über mich und mein Unternehmen wissen möchtest, lade ich Dich hiermit herzlich ein, mit mir auf eine kleine Reise zu gehen…
2015 – Cagayan de Oro, Mindanao, Philippinen
Nach 2011 und 2013 komme ich schon zum dritten Mal nach CDO zurück. Ich tue mir immer noch schwer, mich in der Stadt zu orientieren. Es ist tropisch heiß, die vielen Autos und Motorräder machen die Luft noch stickiger, als sie eh schon ist. Gut, dass ich von Liza begleitet werde, einer philippinischen Sozialarbeiterin.
Zunächst besuchen wir das sogenannte Day-Care-Center in der Stadt. Dies ist ein herunter gekommener Raum im ersten Stock eines Blockes mit mehreren Geschäften. Als ich den Raum betrete, wird es laut. „Haikiiii! Haikiii!“ Das ist die Aussprache meines Vornamens auf den Philippinen. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und freue mich, dass sie sich an mich erinnern. Jedes der Kinder versucht eine meiner Hände zu greifen, um sich damit ihre Stirn zu berühren. Dies ist eine sehr respektvolle Art der Begrüßung und bedeutet so viel wie „bitte segne mich“. Es ist sehr laut, die Kinder sind aufgeregt und stellen sich zugleich zu einem Pulk zusammen um gemeinsam ein „Happy Birthday“ für mich zu singen. Ich bin gerührt und kann meine Freudentränen kaum zurückhalten. Die Kinder werden von Liza angehalten, sich zu setzen damit wir gemeinsam Essen können. Jedes der Kinder holt sich einen Stuhl, sucht sich einen Platz und wartet höflich, bis das Essen an alle verteilt wurde. Es wird ein Tischgebet gesprochen. Ich bin immer wieder fasziniert von diesen Kindern, die auf der Straße leben, keine Schule besuchen und – wie man meinen könnte – keine Erziehung ihrer Eltern genießen. Aber das allein schon wäre vermutlich Stoff für ein ganzes Buch. Vielleicht irgendwann mal…
Nach ca. zwei Stunden gemeinsamer Zeit des Essens, Spielens, Tanzens und Singens geht es hinaus auf die Straße. Dorthin, wo diese Kinder die meiste Zeit ihres noch so jungen Lebens verbringen. Viele begleiten uns, jeder möchte mir sein „Zuhause“ zeigen. Diesen Rundgang machte ich nun schon des Öfteren. Jedes Mal, wenn ich hier bin. Aber immer wieder trifft es mich, wenn ich die notdürftigen Schlafplätze, die „Häuser“ der armen Familien sehe, die sich mittels alter Sonnenschirme, Pappdeckel oder ähnlichen Dingen, ein Stück Privatsphäre zu erschaffen versuchen.
Und plötzlich zupft Liza mich am T-Shirt und deutet auf ein kleines Mädchen, welches auf einer Treppe in einem Hauseingang liegt. Erschrocken von dem Anblick, wir dachten Beide, das Mädchen wäre tot. Sie lag auf dem Rücken über zwei Treppenstufen, die Augen wie bei einer Katze minimal geöffnet. Schnell war klar, das ca. 5 Jahre alte Mädchen schläft nur. Es lag mitten auf dieser Treppe, allein, ohne Schutz. Menschen stiegen über das Mädchen wie über einen Sack Reis. In diesem Moment wusste ich nicht, ob ich wütend oder traurig sein soll. Liza hatte die Eltern schnell ausfindig gemacht, sie saßen nicht weit davon an ihrem Schlafplatz auf dem Gehsteig. Liza brachte die Eltern dazu, ihre Tochter hinter sich in den Schatten auf einen Karton abzulegen. Ich konnte mein Entsetzen kaum zurückhalten.

Das war der Moment, an dem in meinem Kopf Living Nature geboren wurde. Damals fasste ich den Entschluss, dass ich eines Tages ein Haus für Straßenkinder bauen werde – in Cagayan de Oro! Für Kinder wie dieses Mädchen. Die abhängig von den Entscheidungen anderer sind, dem harten Überlebensalltag hilflos ausgeliefert.
Ich wusste noch nicht wie und wann. Aber ich hatte mein WARUM:
Egal, welcher Mensch aus welchen Gründen auch immer in eine Situation kommt, in dem es ihm nicht (mehr) möglich ist, in seiner eigens definierten Würde leben zu können, möchte ich helfen, dass dies wieder möglich ist.
Vermutlich aus dem Grund heraus, dass ich sehr wohl nachfühlen kann, wie man sich als Kind fühlt, hilflos einer Situation ausgesetzt zu sein, die einen vor Angst lähmt, motiviert mich der Gedanke, dass ich allen Lebewesen dieser Erde zeigen möchte, dass sie es wert sind, würdig zu leben. Jeder Mensch und jedes Tier dieser Welt hat es verdient, respektvoll behandelt zu werden. Niemand ist mehr oder weniger wert als der andere.
Bis zur Umsetzung meiner Gedanken in die Tat sind ein paar Jahre ins Land gegangen und ein paar Hürden mussten überwunden werden. Auch Corona machte alles nicht einfacher und die Situation vor Ort nicht besser. Die ärmsten der Armen traf es hart. Geschäfte und Märkte, wo die Straßenkinder immer wieder mal etwas zu Essen erbetteln konnten, mussten schließen. Der erste Lockdown auf den Philippinen dauerte rund 20 Monate am Stück.
Um so mehr Motivation, genau jetzt anzupacken. Worauf noch warten? Besser wird’s nicht. So entschied ich mich zu meinem 50. Geburtstag Spenden für die Gründung meines gemeinnützigen Unternehmens zu sammeln und erfüllte mir meinen großen Wunsch – die Gründung von „Living Nature“!
Die Begriffe „Mutter Natur“ / „Mutter Erde“ haben für mich eine große Bedeutung. Denn erst wenn wir Menschen verstanden haben, dass die Natur uns nicht braucht, um zu überleben, aber wir Menschen die Natur sehr wohl, haben wir eine Chance im Einklang mit ihr zu leben. Ich möchte so gut ich kann, meinen Teil dazu beitragen, dass wir in einer friedlichen Welt im Einklang mit der Natur leben können. Denn zur Natur gibt es keine Alternative – und wir sind ein Teil davon!
Danke, dass Du Dir Zeit genommen hast, diese Zeilen zu lesen!
Ich wünsche Dir von Herzen ein erfülltes und würdevolles Leben!
Deine Heike

